IDM Flying Dutchman, Schluchsee, 2011

Drei SCAI Mannschaften – drei gute Leistungen.
Mit drei Mannschaften war der SCAI am Schluchsee im Hochschwarzwald bei der IDM der FD-Klasse gut vertreten: Helmut Löther / Michi Klawitter, Hubert Waibel / Bene Wiedemann und Philipp Buhl / Stefan Waibel. Mit diesen Teams waren auch Favoriten im Schwarzwald am Schluchsee angereist. Löther / Klawitter, bereits fünfmal Deutsche Meister, hatten sicherlich einen Podestplatz im Visier. Und die Badische Zeitung schrieb im Vorfeld: „Absoluter Topfavorit ist Philipp Buhl mit seinem Vorschoter Stefan Waibel.“ Schließlich kletterte Buhl mit Vorschoter Netzer zuvor bei der WM am Gardasee sensationell bis auf den sechsten Rang hoch und schlug die gesamte deutschen FD-Elite.

Leider gingen die Rechnungen der SCAI-Teams nicht ganz auf. Es reichte nicht für Edelmetall oder gar noch den Titel. Trotzdem haben sie sich mit Plätzen um die Top Ten bei den außergewöhnlich schwierigen Windbedingungen alle sehr tapfer geschlagen.
An Souveränität nicht zu überbieten waren Kay-Uwe Lüdtke / Kay Schäfers (Yachtclub Berlin-Grünau / Yachtclub Westfalia), die mit einer beeindruckenden Leistungskonstanz und am Ende mit einem deutlichen Punktevorsprung den neuen FD-IDM-Titel 2011 hoch verdient einsackten.

(Schluchsee / Schwarzwald, 21./23.07.2011, (Text: Friedl Buhl))
Fast hätten sie die IDM mit einem Paukenschlag einstimmen können. Sie segelten gleich in der ersten Wettfahrt längere Zeit souverän vorneweg, bis der Wind seine ersten Kapriolen aufführte und den Seglern – manchen zur Freude, anderen zum Ärger – spüren ließ, hier herrscht der Wind vom Schluchsee. Löther / Klawitter hatte keine Chance, die Führung ins Ziel zu segeln. Der Wind begünstigte die Nachkommenden und ließ einige beidseitig am Führungsduo vorbeiziehen. Die beiden vom Alpsee konnten nur noch den dritten Platz retten. Auch in der zweiten Wettfahrt wurden Löther / Klawitter mit einem zweiten Platz ihrer Favoritenrolle voll gerecht. Zum Tagesausklang mussten sie mit einem 15. (späterer Streicher) jedoch ein erstes schwereres Punktepaket auf sich laden, was allerdings bei diesen extrem instabilen Windverhältnissen für die meisten Segler nichts Besonderes zu sein schien.
Bei Hubert Waibel / Bene Wiedemann war das dickere Punktepaket (20.) gleich zu Beginn zu verkraften. Es lief bei ihnen dann im weiteren Tagesverlauf zunehmend besser (8. und 6.).
Auch Philipp Buhl, der mit seinem Vorschoter Stefan Waibel hier bei der IDM zum ersten Mal im Team segelte und das optimale Zusammenspiel noch präzisieren musste, konnte seine eigenen Erwartungen wohl nicht so recht erfüllen. Ihre Tagesbilanz: 15. (späterer Streicher), 11. und 11. Für eine Team-Premiere war dies unter den 30 ambitionierten Konkurrenten trotzdem eine sehr beachtliche Leistung.

Am zweiten Wettfahrttag setzte sich auf dem schlauchartigen und von Höhenzügen umgebenen aufgestauten Schluchsee der extrem schwierig einzuschätzende und zu segelnde Wind und das fast ständig bewölkte und immer wieder regnerische Wetter fort.
Von den SCAI-Seglern bauten Waibel Hubert / Wiedemann und Buhl / Waibel Stefan an ihren besten Ergebnissen. Den letztgenannten gelang ein dritter Platz in der zweiten Tageswettfahrt.
Waibel / Wiedemann hätten in der dritten Wettfahrt beinahe einen Sieg erringen können. Sie führten in der dritten Wettfahrt lange Zeit, mussten aber kurz vor dem Ziel die greifbar nahe Bestzeit doch noch einer Berliner Mannschaft überlassen.

Für den letzten Wettfahrttag standen noch zwei Rennen aus. Der Wind sollte es Seglern und Wettfahrtleitung besonders schwer machen. Bestens in Fahrt kam dagegen das jüngste Team, die Alpsee-Mannschaft Buhl / Waibel. Wie bereits an den Vortagen hatten sie mit schnellen Starts keinerlei Sorgen und auf der Startkreuz waren sie fast jedes Mal schnell unterwegs, so auch in dieser insgesamt siebten Wettfahrt. Buhl / Waibel rundeten praktisch zeitgleich an zweiter Position die erste Luvmarke, führten danach, fielen wieder zurück auf die 15. Position und kämpften sich schließlich bis ins Ziel wieder an die sechste Stelle vor. Dabei gab es auch ein spannendes familieninternes Duell. Vorschoter Stefan Waibel (mit Philipp am Steuer) überholte Steuermann und Vater Hubert (mit Bene an der Vorschot). Nur dadurch konnte der Sohn auch im Endergebnis seine Nase noch vor Vater schieben. Wenn das nicht nach Revanche bei der nächsten Regatta riecht!

Das letzte, achte Race kam leider nicht mehr zustande, wobei nicht die Windstärke, sondern wieder einmal die Richtungsschwankungen das Problem darstellten. Daher brach die Wettfahrtleitung, die zum guten Ende keine zu auffälligen Ungerechtigkeiten mehr dulden wollte, zweimal vorzeitig ab. Bei diesen Wettfahrtversuchen erwiesen sich Buhl / Waibel als Taktiker und „Windriecher“, welche die Sache sehr gut im Griff zu haben schienen. Denn sie segelten jedes Mal die schnellste Startkreuz und blieben danach jeweils ganz vorne mit dabei. Man könnte durchaus vermuten, dass das neue junge SCAI-Team bei noch weiteren Wettfahrten auch gegenüber der Top-Konkurrenz zunehmend gefährlich hätte werden können.

Die drei Mannschaften vom Alpsee hatten schließlich durchwegs eine zweifellos gute Leistung erbracht. Unter ihnen hatte Löther / Klawitter mit dem neunten Rang die Nase vorne. Buhl / Waibel erreichten unmittelbar vor ihren Clubkameraden Waibel / Wiedemann den elften Platz.
Hätte Franz Josef Schild (SCAI) noch einen Ersatz für seinen planmäßigen und aus gesundheitlichen Gründen nicht angetretenen Skipper aufgetrieben, wäre (nebensächlicher Weise) der SCAI mit sieben FD-Segler der am stärksten vertreten Verein gewesen.

Die neuen Deutschen Meister heißen nun Lüdtke / Schäfers, und das hoch verdient. Sie verwiesen den Titelverteidiger Dirk Bogumil (Berlin, SVR) mit Vorschoter Michael Lisken (SLRV) sowie das Team Stefan Beichl / Ralph Aicher (Ammersee / Wörthsee) in sehr souveräner Manier auf die Plätze zwei bzw. drei. Gratulation den Mannschaften auf dem Podest und besonders den Gewinnern.
Ein Lob verdient die Wettfahrtleitung, die es ganz sicher nicht leicht hatte, bei diesen extremen Verhältnissen es trotzdem möglichst allen Seglern gerecht zu machen.

Keine Wünsche ließ das großzügige Rahmenprogramm und die gute Gastfreundschaft des Seglervereins Schluchsee offen.

Link:
Ein sehr schöner Video-Bericht der Yacht-tv
Bericht auf Webseite www.philipp-buhl.de
Ergebnisse

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Hans war seit 1992 Mitglied in unserem Verein. Mit seinem Korsar G 2630 durfte sein Enkel Kai und auch unser aktueller Vorsitzender erste Regattaerfahrungen in der Zwei-Mann-Jolle sammeln.

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